Vom Erwachsenwerden

Lorenz Just, Friedemann Karig, Verena Keßler, Lana Lux, Lukas Rietzschel und Janna Steenfatt

Die bewährte Wandellesung auf dem Hermannshof in Völksen ist an sich schon ein liebgewonnenes Ritual des Literaturfests Niedersachsen. Auch in diesem Jahr sind dort in einer dreitägigen Schreibwerkstatt sechs junge Autorinnen und Autoren zu Gast. Zum Abschluss präsentieren sie ihre Werke an drei Stationen in dem idyllischen Park. Zwischen Steinbruch und Teepavillon, Obstbäumen und Wiesen lesen sie aus ihren Coming-of-Age-Romanen, die von den Ritualen des Erwachsenwerdens handeln. Was machen junge Menschen, um sich von ihrer Familie zu lösen und ihren eigenen Weg zu finden?

Janna Steenfatt erzählt in ihrem Debütroman „Die Überflüssigkeit der Dinge“ von der Tochter einer Theaterfamilie auf St. Pauli, die ihre Mutter verliert und die Liebe findet. Verena Keßler erzählt in „Die Gespenster von Demmin“ vom Erwachsenwerden in der Stadt, in der im Zweiten Weltkrieg der größte Massensuizid der deutschen Geschichte stattfand. Lana Lux beschreibt in „Jägerin und Sammlerin“, wie eine Familie aus der Ukraine nach Deutschland kommt, wo die schöne Mutter unzufrieden und die Tochter einsam bleibt.

Lorenz Just verwebt in seinem Roman „Am Rand der Dächer“ das Aufwachsen seiner Figuren mit der rasanten Veränderung in Berlin-Mitte nach der Wende. Friedemann Karigs Ich-Erzähler sucht in Kambodscha im „Dschungel“ seinen verschollenen Freund, der schon als Kind in Süddeutschland zu Extremen neigte. Lukas Rietzschels Debütroman „Mit der Faust in die Wand schlagen“ handelt von zwei Brüdern, die zwischen Nazis und Perspektivlosigkeit, Konkurrenz und Solidarität unter Geschwistern aufwachsen. Und davon, wie die Jugend so ist: Es gibt Volksfeste und Vollräusche, Sprachlosigkeit und Sprücheklopferei.

Eine Voraufzeichnung dieser Veranstaltung wird parallel zur Veranstaltung auf unserem YouTube Channel  gestreamt.

Partner: Kunst und Begegnung Hermannshof e.V. undVGH Regionaldirektion Hameln
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Lorenz Just studierte zunächst Islamwissenschaften in Halle/Saale, dann am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und lebt heute in Berlin. 2015 veröffentlichte er die Biografie „Mohammed - das unbekannte Leben des Propheten“. 2017 erschien der Erzählband „Der böse Mensch“ und 2020 sein erster Roman „Am Rand der Dächer“.

Friedemann Karig hat in Passau und Köln Medienwissenschaften, Politik, Soziologie und Volkswirtschaftslehre studiert. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung, das SZ-Magazin und Die Zeit[MH1] . Er moderierte das für den Grimme-Preis nominierte Format Jäger & Sammler von „funk“, dem jungen Online-Angebot von ARD und ZDF. Sein Buch „Wie wir lieben. Vom Ende der Monogamie“ erschien 2017 bei Blumenbar, 2019 folgte das Romandebüt „Dschungel“ bei Ullstein. Ende des Jahres wird ein neues Buch von ihm bei Ullstein erscheinen.

Verena Keßler studiert am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2018 nahm sie an der Romanwerkstatt Kölner Schmiede teil, 2019 an der Schreibwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung. Sie war Stipendiatin des 23. Klagenfurter Literaturkurses. Ihr Romandebüt „Die Gespenster von Demmin“ ist 2020 bei Hanser Berlin erschienen.

Lana Lux stammt aus der Ukraine, studierte zunächst Ökotrophologie in Mönchengladbach und machte dann eine Schauspielausbildung in Berlin, wo sie heute als Autorin und Illustratorin lebt. In der jüdischen Community in Deutschland wurde sie durch ihren Blog „52 Schabbatot“ bekannt. 2017 erschien ihr vielbeachtetes Debüt „Kukolka“, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, 2020 folgte der Roman „Jägerin und Sammlerin“.

Lukas Rietzschel studierte Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Kassel und Kulturmanagement an der Hochschule Zittau/Görlitz. 2018 erschien sein Debütroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“, der für den Aspekte-Literaturpreis nominiert war und mit dem Gellert-Preis 2019 ausgezeichnet wurde. 2021 folgte mit „Widerstand“ das erste Theaterstück, ein Auftragswerk für das Schauspiel Leipzig, und nun „Raumfahrer“, der zweite Roman. Die Wochenzeitung DIE ZEIT schreibt über ihn: „Lukas Rietzschel gehört zu den wichtigsten jungen Schriftstellern des Ostens“. Er lebt und arbeitet in Görlitz.

Janna Steenfatt studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und arbeitet als freie Autorin und Moderatorin für verschiedene Filmfestivals. Sie war Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses, Teilnehmerin des 19. Open Mike und erhielt zahlreiche Aufenthaltsstipendien. „Die Überflüssigkeit der Dinge“ ist ihr erster Roman.

Veranstaltungsort

Hermannshof

Röse 33, 31832 Springe-Völksen

2020 hatte das Kulturdenkmal Hermannshof Jubiläum! Genau 100 Jahre war es her, dass 1920 der Möbelfabrikant Hermann Rexhausen Bernhard Hoetgers Vision vom Gesamtkunstwerk aus Landschaft, Kunst und Bauwerk realisierte. Seit 25 Jahren pflegt der Verein "Kunst und Begegnung" dieses historische Erbe. Er macht Kunst von heute mit Jungen und Alten, mit Vereinen und Schulen, für Dörfler und Städter. Die Literatur ist in vielen Facetten beheimatet mit Lesungen, Buchvorstellungen und Gesprächen zu Autorenschaft und Verlagswesen. Das Vergnügliche, Heitere, das dieser historische Sommersitz noch heute versprüht, schafft Sinneslust und Geistesglück für Muße und Zeit, für Kunst und Begegnung mit Künstlerinnen und Kunstfreunden.

http://www.hermannshof.de/

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