Familienabend

Tilman Rammstedt, Max Deibert, Nefeli Kavouras, Tabea Zeltner und Jutta Rinas

Jede Familie hat ihre Rituale. Einige Traditionen haben sich über Generationen im Rudel verfestigt. Andere werden wie eine Geheimsprache zwischen Geschwistern immer weiter verfeinert. Sie können wie Duftmarken wirken, an denen sich die Gruppenmitglieder erkennen. Und wie eine Fremdsprache, die ungeliebte Angeheiratete für immer ausschließt.

Der Abend über Familienrituale beginnt als Wandellesung, bei der drei ehemalige Literatur Labor-Stipendiat*innen an verschiedenen Lingener Spielstätten aus ihren Werken lesen: Max Deibert erzählt von einem Sommerurlaub in Südfrankreich, der wie alle anderen Familienferien anfängt und gespenstisch aus dem Ruder läuft. Bei Nefeli Kavouras geht es um zwei ungleiche Brüder: Der Ich-Erzähler besucht seinen verwahrlosten Messie-Bruder zwar regelmäßig, verheimlicht ihn aber vor seiner Freundin. Und Tabea Zeltner erzählt von einer Beerdigung, bei der die Ich-Erzählerin im schwarzen Chiffonkleid vom Trauerhaus zum Leichenschmaus taumelt.

Auch in den Romanen von Tilmann Rammstedt werden immer wieder Familienkonstellationen verhandelt: In „Morgen mehr“ blickt Rammstedts Erzähler in die Jugend seiner Eltern in den 70er Jahren zurück und muss fürchten, dass seine Zeugung durch ihre überbordende Freiheitsliebe ausfallen könnte. Rammstedts bekanntester Roman „Der Kaiser von China“ erzählt von Keith, der mit seinen vier Geschwistern beim Großvater aufwächst. Um den anderen nicht gestehen zu müssen, dass der Opa im Westerwald verstorben ist, schreibt er – zusehends skurrilere – Briefe von einer fiktiven Chinareise.

Zur Lesung von Tilman Rammstedt kommt das Publikum wieder in der Lingener Kreuzkirche zusammen. Hier lädt Moderatorin Jutta Rinas abschließend zum Gespräch mit allen vier Autorinnen und Autoren.

In Kooperation mit der Stiftung Niedersachsen.

Partner: Stadtbibliothek Lingen, Professorenhaus , VGH Regionaldirektion Lingen undKreuzkirche Lingen
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Tilman Rammstedt studierte Philosophie und Literaturwissenschaft in Tübingen, Berlin und Edinburgh. 2003 erschien sein Debüt „Erledigungen vor der Feier“.  Der Schriftsteller wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. 2008 erschien „Der Kaiser von China“ und 2016 sein Roman „Morgen mehr“, der mit dem Preis der LiteraTour Nord ausgezeichnet wurde. Neben Romanen und Erzählungen schreibt Tilman Rammstedt Theaterstücke, Songtexte und Kolumnen u.a. für ZEIT ONLINE. Er lebt in Berlin.

Max Deibert machte seinen Bachelor in Literarischem Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, aktuell studiert er an der FU Berlin Nordamerikastudien. Er verfasst Kurzprosa, journalistische und szenische Texte und schreibt an seinem ersten Roman. Er war Stipendiat der Stiftung Niedersachsen im Literaturlabor Wolfenbüttel (2016). Deibert wurde mit dem Literaturpreis Prenzlauer Berg ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Münchner Kurzgeschichtenwettbewerb 2019. Seit 2018 moderiert er mit Ansgar Riedißer den Podcast „Männerkitsch“, der sich kritisch mit klassischen Rollenbildern auseinandersetzt und seit 2020 zum Angebot von funk von ARD & ZDF gehört.

Nefeli Kavouras, geboren 1996 in Bamberg, studierte Kulturwissenschaften in Lüneburg und lebt in Hamburg. Sie arbeitet beim mairisch Verlag, ko-organisiert die internationale Hamburger Lesereihe „Hafenlesung“ und führt seit 2020 den Literaturpodcast „laxbrunch" mit dem Hamburger Autor Anselm Neft und arbeitet frei bei Literaturfestivals und Literaturformaten mit. Im Jahr 2015 war sie Stipendiatin der Stiftung Niedersachen beim Literatur Labor Wolfenbüttel, seitdem veröffentlichte sie in einigen Anthologien, u.a. „Briefe an die Täter“ beim Hanser Verlag.

Tabea Zeltner wuchs in Nürnberg auf und entdeckte über ihre Liebe zum Theater das Schreiben für sich. 2018 war sie Stipendiatin der Stiftung Niedersachsen im Literatur Labor Wolfenbüttel. Sie stand auf der Shortlist des 2. Wortmeldungen Förderpreis und wurde zum Klagenfurter Literaturkurs 2020/21 eingeladen. Aktuell lebt sie in Berlin, wo sie Human Factors sowie Sprache und Kommunikation studiert.

Jutta Rinas studierte Germanistik, Musikwissenschaftenund Philosophie an der Universität zu Köln, arbeitete freiberuflich für die Frankfurter Rundschau, den WDR und Die Zeit. Seit 1997 ist sie Redakteurin beider Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, zurzeit im Bereich Bildung, Familie und Soziales. Im Literaturhaus Hannover moderiert sie die Reihen „Resonanzen“ und „Die Empfehlung“.

Veranstaltungsort

Startpunkt Kreuzkirche

Universitätsplatz 1, 49808 Lingen

Die Kreuzkirche ist die älteste lutherische Kirche im Kirchenkreis Emsland-Bentheim. Idyllisch gelegen im Stadtzentrum von Lingen am Universitätslatz, bietet sie mit Gottesdiensten, Konzertreihen und Ausstellungen viele Möglichkeiten zur Begegnung von Kunst, Kultur und Religion. Das Professorenhaus in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes erinnert an die hohe Zeit der Wissenschaft in Lingen. Das Professorenhaus ist als zweigeschossiger Fachwerkbau mit seinen vier Flügeln um einen quadratischen Innenhof gruppiert. Das Gebäude beherbergt heute mehrere städtische Kultureinrichtungen und es finden darin regelmäßig Kunstausstellungen statt. Bereits über ein Jahrhundert gehört die Stadtbibliothek Lingen/Ems sowohl zum öffentlichen Leben als auch zur Kulturszene der Stadt und auch der Region. Der markante Backsteinbau direkt gegenüber des St. Bonifatius-Krankenhauses am Eingang zum Markt und zur Fußgängerzone prägt seit Mitte der 1980er Jahre das Stadtbild.

https://www.kreuzkirche-lingen.de/

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