Vom Umgang mit Menschen

Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate und Claire Huangci

Als Asfa-Wossen Asserates Erfolgsbuch „Manieren“ 2003 erscheinen sollte, da vermutete die FAZ, dieser „Band eines Aristokraten mit exotisch anmutendem Namen“ könne „das Werk mit dem größten demokratischen Reiz sein“, das die Zeitung jemals vorabgedruckt habe. Der Text erörterte Fragen wie die, ob während eines Besuchs der Fernseher laufen könne, ob ein Einstecktuch denselben Farbton wie der Herrenanzug haben dürfe oder ob Glaubensdinge beim geselligen Abendessen den angemessenen Gesprächsgegenstand abgäben. Dabei hatte der äthiopische Prinz, der eine deutsche Erziehung genoss, einen überaus eleganten und kosmopolitischen Blick auf das Thema geworfen. Mit der besonderen Pointe, dass dieses Thema spätestens seit 1968 auch in Deutschland als verstaubt, ja tendenziell reaktionär beargwöhnt wurde ...

Heute, in Zeiten unvermuteter globaler Krisen, die physische Distanz zwischen den Menschen und ihre Solidarität zugleich erfordern, die alle Kommunikationskanäle verändern und die Menschheit in tiefer Unsicherheit vereinen, scheint die Aufmerksamkeit für gelebte Rituale, für Form, Stil und Spiel plötzlich wieder ganz aktuell. In unserer Kooperation von Literaturfest Niedersachsen und Niedersächsischen Musiktagen kommt es zum Vis-à-vis zwischen dem Nachdenken über Wesen und Sinn klassischer Benimmregeln einerseits und einer Musik, die die reiche Tradition formalisierter Genres aufgreift. Das Klavierrezital mit Claire Huangci schlägt einen Bogen von den stilisierten aristokratischen Tanzformen des Barocks über die elegantesten Charakterstücke des 19. Jahrhunderts bis hin zum Neoklassizismus der frühen Moderne.

Ab 15 Uhr: Schlosscafé geöffnet

Partner: Rittergut Hämelschenburg, Sparkasse Hameln-Weserbergland undVGH Regionaldirektion Hameln
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Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate ist der Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie, sein Vater war der letzte Präsident des kaiserlichen Kronrates. Er besuchte die Deutsche Schule Addis Abeba, studierte Jura, Volkswirtschaft und Geschichte in Tübingen und Cambridge, promovierte in Frankfurt am Main und arbeitet als Unternehmensberater, Autor und politischer Analyst. Sein Buch „Manieren“ wurde 2003 zum Bestseller und mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.

Die junge Pianistin Claire Huangci, Gewinnerin des ersten Preises sowie des Mozartpreises beim Concours Géza Anda 2018, zieht ihr Publikum durch „glitzernde Virtuosität, gestalterische Souveränität, hellwache Interaktion und feinsinnige Klangdramaturgie“ (Salzburger Nachrichten) in den Bann. Von einem unbändigen Forschergeist beseelt beweist sie ihre Wandlungsfähigkeit mit einem ungewöhnlich breiten Repertoire von Bach und Scarlatti über die deutsche und russische Romantik bis hin zu Bernstein, Gulda oder Corigliano.

Veranstaltungsort

Schloss Hämelschenburg, Zehntscheune

Schlossstr. 1, 31860 Emmerthal

Schloss Hämelschenburg gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern Deutschlands. Die Renaissanceanlage mit dem Schloss, der Kirche, den Gartenanlagen, der Mühle und den Wirtschaftsgebäuden ist vollständig erhalten. In dem besonderen Ambiente der Zehntscheune mit ihrer eindrucksvollen Akustik finden Ausstellungen, Konzerte und Aufführungen statt. Angrenzend ist ein Besucherzentrum mit Café. Das Schloss kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

http://www.schloss-haemelschenburg.de/

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