Von Göttern, Geistern und heiligen Kühen

Dana von Suffrin, Christopher Kloeble, Peter Stamm und Karin Dzionara

Ein gelebtes Ritual stimmt die Gäste im Kloster Lüne auf einen Abend über religiöse Bräuche ein: Im Nonnenchor der Klosterkirche erleben sie das Vesper-Singen der Konventualinnen im evangelischen Damenstift. Danach begrüßt die fachkundige Moderatorin Karin Dzionara eine Autorin und zwei Autoren, deren Werke von den Ritualen in verschiedenen Weltreligionen handeln:

In ihrem Romandebüt „Otto“ schreibt Dana von Suffrin über einen starrköpfigen jüdischen Patriarchen, der zum Pflegefall wird. Seine erwachsenen Töchter erleben ein Jahr der wahnwitzigen Herausforderungen, begegnen der eigenen Vergangenheit und ihrer schrägen Familiengeschichte, in der die Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.

Der Schweizer Virtuose Peter Stamm erzählt in seinen Kurzgeschichten „Seerücken“ von Grenzsituationen: Ein Pfarrer predigt in einer leeren Kirche, weil die Gemeinde ihn nicht anerkennt. Ein Wissenschaftler arbeitet in einem Hotel, in dem es keinen Strom und nur Ravioli aus der Dose gibt. Aber die Reise war lang und die Wirtin fasziniert ihn, also bleibt er – bis herauskommt, dass das Hotel zum Verkauf steht und gar keine Inhaberin hat.

Christopher Kloebles Abenteuerroman „Das Museum der Welt“ spielt Mitte des 19. Jahrhunderts: Der hinduistische Waisenjunge Bartholomäus begleitet als Übersetzer eine Expedition durch Indien und den Himalaya, an der Anhänger aller Weltreligionen teilnehmen. So berichtet er von Sterberitualen der Parsis, seltsamen Essensritualen der Jains und Hindus oder Opfergaben für die Berggötter. Bartholomäus verfolgt aber auch einen eigenen Plan: Er will das erste Museum seines Landes gründen und sammelt dafür alles, was er erlebt und findet. Mit diesem wissenschaftlichen Ritual will er die Welt ordnen.

15.30 Uhr: Führung durch das Kloster (ca. 1 h; Kosten: 5 Euro)
ab 15.30 Uhr: Kaffeeausschank auf dem Gelände

Partner: Kloster Lüne, Literaturbüro Lüneburg e.V. undVGH Regionaldirektion Lüneburg
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Dana von Suffrin studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Komparatistik in München, Neapel und Jerusalem. Seit 2009 ist sie Museums- und Stadtführerin in München. 2017promovierte sie zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus, seitdem arbeitet sie als Postdoc an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Für ihren Roman „Otto“ bekam sie 2019 den Debütpreis des Buddenbrookhauses und2020 den Förderpreis des Hölderlinpreises.

Christopher Kloeble hat bisher vier Romane, einen Erzählband und ein autobiografisches Sachbuchveröffentlicht und wurde für sein Werk vielfach ausgezeichnet. Er schreibt Drehbücher, ist als Kolumnist für die Sendung ‚100 Sekunden Leben‘ des RBB tätig und unterrichtet regelmäßig als Gastprofessor, u. a. am Dartmouth College und an der Georgetown University in den USA sowie an der Cambridge University in Großbritannien. Seine Bücher sind in neun Sprachen übersetzt worden. Er lebt in Berlin und Neu-Delhi.

Peter Stamm studierte Anglistik, Psychologie und Psychopathologie, arbeitete in Paris und New York und lebt heute in der Schweiz. Er schreibt Hörspiele, Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Sein Romandebüt „Agnes“ erschien 1998, „Seerücken“ erschien 2013. Seine Bamberger Poetikvorlesungen erschienen unter dem Titel „Die Vertreibung aus dem Paradies“. Im August 2021 folgt „Das Archiv der Gefühle“. Er wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Schweizer Buchpreis 2018.

Karin Dzionara studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Hannover. Sie arbeitet als Redakteurin und Autorin für Zeitungen und Hörfunkanstalten, unter anderem regelmäßig für die NDR-Redaktion Religion und Gesellschaft in Hannover. Sie schreibt Features und Essays, etwa für die Hörfunkreihe „Glaubenssachen“ auf NDR Kultur. In ihren Beiträgen beschäftigt sie sich vor allem mit den Schnittstellen von Kunst, Literatur und Religion.

Veranstaltungsort

Kloster Lüne

Am Domänenhof, 21337 Lüneburg

Unweit des Zentrums der Hansestadt Lüneburg liegt Kloster Lüne in einer malerischen Grünanlage. Das Kloster blickt mittlerweile auf eine fast 850-jährige Geschichte zurück. Um 1170 bot sich einer kleinen Gruppe frommer Frauen die Möglichkeit zur Gründung einer Klostergemeinschaft. Später wurde belegt, dass der Konvent sich dem Benediktinerorden anschloss. Nach Einführung der Reformation im Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, lebt seit 1562 bis heute im Kloster ein evangelischer Frauenkonvent unter der Leitung einer Äbtissin in einer Glaubens-, Lebens- und Arbeitsgemeinschaft. Nach Bränden in den Jahren 1240 und 1372 wird das Kloster in Backstein jeweils erneut errichtet und in den folgenden Jahrhunderten im Stil der jeweiligen Zeit erweitert. Die historische Anlage beherbergt auch heute zahlreiche bedeutende Kunstschätze, die Besuchern im Rahmen von Führungen gezeigt werden.

https://www.kloster-luene.de/

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